Über mich

Ich wurde am 31. Dezember 1980 im niedersächsischen Lüneburg als Sohn einer städtischen Beamtin und eines nicht erwerbstätigen Grund- und Hauptschullehrers geboren.

In meiner Geburtsstadt absolvierte ich das Abitur an einem Gymnasium und leistete meinen Zivildienst bei der Lebenshilfe ab. Zunächst studierte ich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Lüneburg, bevor ich zum Studium der Politikwissenschaft an die Philipps-Universität Marburg wechselte. Während meines Studiums war ich als Aushilfsarbeiter, etwa in der Lebensmittelindustrie und im Großhandel, sowie als studentische Hilfskraft am Institut für Politikwissenschaft tätig. Dort machte ich meinen Abschluss als Politikwissenschaftler (Diplom). Vor meinem Einzug in den Hessischen Landtag arbeitete ich für den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke.

Mein Elternhaus war kulturell und politisch von „1968“ geprägt. Während meiner Kindheit übernahm mein Vater die Betreuung, während meine Mutter zur Arbeit ging. In der frühen 1980er Jahren eine nicht gerade gewöhnliche und gesellschaftlich akzeptierte Arbeitsteilung. Später – nach der Trennung meiner Eltern - litt er trotz zahlreicher Bewerbungen und verschiedenen Tätigkeiten in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit in den 1990er Jahren unter Langzeiterwerbslosigkeit und ihren sozialen und persönlichen Folgen.

Schon als Zehnjähriger demonstrierte ich 1991 mit einer Schulfreundin mit einem selbst gemalten Transparent gegen den Irak-Krieg („Stopt den Krieg, weil keiner siegt“). Mein eigentliches politisches Engagement begann aber erst vor rund 20 Jahren. 1999 trat ich aus Protest gegen den Jugoslawienkrieg, in dessen Zuge ausgerechnet eine rotgrüne Bundesregierung erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg schickte, der sozialistischen Jugend [‘solid] bei. 

Eine wichtige Entscheidung in meinem Leben war der Beginn des Studiums der Politikwissenschaft in Marburg im Jahr 2002. Angezogen vom Ruf einer „linken Kaderschmiede“ verschlug es mich in die schöne Universitätsstadt an der Lahn. Hier konnte ich nicht nur Vorlesungen und Seminare von Vertretern der Marburger Schule in der Tradition von Wolfgang Abendroth, wie Frank Deppe, Georg Fülberth, Reinhard Kühnl und Dieter Boris besuchen, die mein Verständnis von Wissenschaft und Politik nachhaltig prägten, sondern mich auch in einer sozialistischen Hochschulgruppe engagieren und an den Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren unter Roland Koch teilnehmen.

Als sich 2004 ein Zusammengehen von PDS und WASG, also von Linken aus West und Ost mit unterschiedlichen Biographien und Erfahrungen, zu einer gesamtdeutschen Partei abzeichnete, verschrieb ich mich dem Aufbau dieses historischen Projekts. 2005 trat ich der zuvor in Linkspartei umbenannten PDS bei. 2007 wurde die Partei DIE LINKE gegründet. Von 2009 bis 2013 war ich Kreisvorsitzender der LINKEN Marburg-Biedenkopf und seit 2014 bin ich einer der zwei Landesvorsitzenden der hessischen LINKEN.

Ein Schwerpunkt meiner politischen Arbeit bildet bis heute das Engagement vor Ort. Seit 2011 bin ich Stadtverordneter der Marburger Linken im Stadtparlament, von 2016-2018 war ich Fraktionsvorsitzender. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2015 in Marburg kandidierte ich für die Marburger Linke und landete für viele Beobachter überraschend auf dem 3. Platz (9,8 Prozent), noch vor der Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.

Bei den Landtagswahlen 2008, 2009, 2013 kandidierte ich für DIE LINKE auf Listenplatz 8. Im April 2017 rückte ich für unseren langjährigen Fraktionsvorsitzenden Willi van Ooyen in den Landtag nach. Als einer von zwei Spitzenkandidaten der LINKEN zog ich 2018 erneut in den Landtag ein. Heute bin ich stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zuständig für Haushalt und Finanzen, Wohnungs- und Friedenspolitik.

Mitglied bin ich u.a. bei den Gewerkschaften ver.di und IG Metall, Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen (bis 2014 mehrere Jahre auch im Vorstand), Attac, VVN-BdA, Ortenberggemeinde Marburg, Waldtalgemeinde Marburg.

Neben der politischen Arbeit verbringe ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Frau und unseren Kindern sowie mit Freunden. Gern fahren wir zusammen Fahrrad oder gehen wandern. Wann immer möglich, lese ich politische Sachbücher oder Literatur. Am Sonntagabend bleibt der „Tatort“ ein fester Termin.