Über 7.200 öffentliche NH-Wohnungen verkauft: Privatisierungen müssen endlich gestoppt werden!

12.04.2022

Anlässlich der Beantwortung der Kleinen Anfrage zu Wohnungsprivatisierung durch die Nassauische Heimstätte (NH) (Drs. 20/7945) erklärt Jan Schalauske, Vorsitzender und wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt verkaufte zwischen 2008 und 2021 insgesamt 7.212 öffentliche Wohnungen. Das entspricht mehr als zwölf Prozent ihres aktuellen Bestands - angesichts der eklatanten Wohnungskrise ein Skandal.


Das Ziel der Landesregierung war, den Bestand der NH auf 75.000 Wohnungen zu erhöhen. Stattdessen ist sie unter dem grünen Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir auf unter 59.000 Wohnungen gesunken.“

Im Zeitraum von 13 Jahren habe die NH gerade einmal 757 geförderte Wohnungen gebaut. Das entspreche gerade einmal einem Prozent ihres gesamten Wohnungsbestandes. Die NH mache unter Schwarzgrün das genaue Gegenteil dessen, was sie versprach und wozu eine öffentliche Wohnungsbaugesellschaft da sei, so Schalauske.


„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird durch die in Hessen schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine auf noch dramatischere Art sichtbar. Dennoch plant die NH in diesem Jahr weitere Verkäufe von öffentlichen Wohnungen in Frankfurt, Kassel, Marburg und Stadtallendorf. Es braucht einen sofortigen, vertraglich zugesicherten Stopp der Privatisierung öffentlicher Wohnungsbestände und eine Verpflichtung zum ausschließlichen Bau öffentlich geförderten Wohnraums durch die Nassauische Heimstätte.“

Hinweis:
Beantwortung der Kleinen Anfrage (Drs. 20/7495) anbei. Siehe auch die Kleine Anfrage zum Thema aus 2021 (Drs. 20/6417): http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/7/06417.pdf