Landeszentrale für politische Bildung: Lapidare Entschuldigung für fatale Einstufung der Hindenburg-Grablegung als Ort der Demokratiegeschichte reicht nicht

05.04.2022

Der Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) hat sich laut Frankfurter Rundschau für die Einstufung der Grablege von Paul von Hindenburg in der Marburger Elisabethkirche als einen „Lern- und Erinnerungsort der Demokratiegeschichte in Hessen“ entschuldigt. Dazu erklärt Jan Schalauske, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Abgeordneter aus Marburg:

„Für die fatale Einstufung der Hindenburg-Grablegung als ‚Ort der Demokratiegeschichte‘ reicht eine lapidare Entschuldigung des Direktors nicht aus. Notwendig ist eine zeitnahe Sondersitzung des Kuratoriums der Landeszentrale für politische Bildung, in der die Vorgänge, die zu dieser fatalen Fehlentscheidung des Direktors geführt haben, umfassend aufbereitet werden.“

Es sei zwar zu begrüßen, dass die Liste der „Lern und Erinnerungsorte der Demokratiegeschichte“ zurückgezogen worden sei und die Staatskanzlei klargestellt habe, dass das Hindenburg-Grab kein solcher Ort sei, so Schalauske. Mit der Einberufung eines „unabhängigen wissenschaftlichen Expertengremium“ sei es aber nicht getan. Die Landesregierung müsse klären, ob ein Direktor, der eine solch gravierende Fehlentscheidung getroffen habe, überhaupt tragbar sei.

„Hindenburg war ein Wegbereiter des Faschismus. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler hat er die Machtübertragung an die Nationalsozialisten herbeigeführt. Als Chef der Obersten Heeresleitung ist er verantwortlich für Millionen von Toten im Ersten Weltkrieg.

Während in vielen Städten Deutschlands Hindenburgstraßen umbenannt werden, wollte ausgerechnet der Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) die Grablegung eines Antidemokraten zu einem Ort der Demokratiegeschichte umdeuten. Wer für eine solche Fehlentscheidung verantwortlich ist, sollte Konsequenzen ziehen.“