Dannenröder Forst: Erneuter Sturz in die Tiefe - Landesregierung muss Polizeieinsatz stoppen

16.11.2020

Wie wir erfahren haben, scheint heute – Montag, 16. November - ein zweiter Mensch im Rahmen der Räumungs- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst mehrere Meter in die Tiefe gestürzt zu sein. Erst gestern ist eine Aktivistin in die Tiefe gestürzt, nachdem ein Polizist ein Sicherungsseil durchschnitten hat. Dazu erklärt Jan Schalauske, stellvertretender Vorsitzender und Marburger Abgeordneter der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Wir teilen ausdrücklich die Position des Bündnisses ‚Wald statt Asphalt – keine A 49 – Danni bleibt‘, die angesichts der jüngsten Vorfälle einen sofortigen Rodungsstopp fordern. Von einem Polizeieinsatz darf keine Gefährdung von Menschen ausgehen. Wir erwarten, dass die beiden Vorfälle aufgeklärt und die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Grundsätzlich gilt: Auch in Zeiten einer Pandemie sollte die Gesundheit der im Wald eingesetzten Polizistinnen und Polizisten sowie der Aktivistinnen und Aktivisten an erster Stelle stehen.“

Die durch einen Rodungsstopp entstehende Atempause könne von der Landesregierung zudem genutzt werden, um sich auf Bundesebene für ein sofortiges Bau-Moratorium der A 49 einzusetzen, so Schalauske.

„Für DIE LINKE bleibt es dabei: In Zeiten des Klimawandels braucht es die Durchsetzung einer echten sozial-ökologischen Verkehrswende und nicht den Bau eines Planungsdinosauriers aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Ein Rodungsstopp eröffnet die Möglichkeit, um das vollkommen aus der Zeit gefallene Projekt nochmals auf den Prüfstand zu stellen.“